Stai si defenda Rezia nossa!

Es gibt wenige Sektionen des StV, die in den ersten 40 Jahren ihres Bestehens eine derart wechselvolle Geschichte hinter sich gebracht haben, wie dies die Freiburger Rezia tat. Von der ursprünglichen rätoromanischen Akademie, über eine rein rätoromanische Sektion des StV hin zu einer dreisprachigen StV-Verbindung ist es ein kurvenreicher Weg.

Am 7. Juli 1957 wurde die am 22. Januar 1939 gegründete Rezia nach umfangreichen Vorarbeiten durch W. Wittmann v/o Terri als erste und bis dato einzige rätoromanische Hochschulsektion provisorisch in den StV aufgenommen. In diesem Sinn hat auch der Gesamtverein heute zu feiern: vor 50 Jahren ist er offiziell viersprachig geworden! Vorgängerin der heutigen Rezia ist eine rätoromanische Akademie gleichen Namens. Diese entsteht bereits im Jahre 1939 in Freiburg mit dem Zweck der Schaffung und Finanzierung eines rätoromanischen Lehrstuhls an der dortigen Universität. Von 1939 bis 1957 finden regelmässige Zusammenkünfte der rätoromanischen Studenten statt, bereits damals im Geist von virtus, scientia und amicitia. Aus der Akademie entsteht ein eigentliches Zentrum couleurstudentischen Lebens in Freiburg, das neben Studenten auch dort niedergelassene Familien und sonstige Heimwehbündner in ihren Reihen willkommen heisst. Am 8. Juni 1957 kann die Akademie in corpore der Antrittsvorlesung von Professor A. Decurtins v/o Crap, späterer Philistersenior, beiwohnen; das Ziel eines rätoromanischen Lehrstuhls ist damit erreicht.

Nicht alle StV-Sektionen stehen Ende der 50er Jahren der Gründung einer rätoromanischen Sektion auf dem Platz Freiburg positiv gegenüber. Partikularismus wird befürchtet und den Bündner Studenten empfohlen, sich in eine der bestehenden Sektionen zu integrieren. Es ist vor allem durch G. Capaul v/o Culan und K. Gnädinger v/o Waldi Überzeugungsarbeit zu leisten, bevor die Rezia am 6. Juli 1961 definitiv in den Gesamtverein aufgenommen wird. Nicht nur der StV, auch die Rezia selbst weitet in diesen Jahren ihre Reihen. 1958 erblickte die Altherrenschaft Rezia veterana unter A. Liesch v/o Gröll das Licht der Welt. Das Prinzip, nur rätoromanische Studenten aufzunehmen, lässt man ziemlich bald fallen.

1962 kann die Rezia ihre erste Fahnenweihe feiern. Fünf Jahre später feiert die junge Sektion ihr zehnjähriges Jubiläum, notabene in Freiburg und in Bern, was auf eine dazumal ausgeprägtere Mobilität der AHAH schliessen lässt. Verschiedene Stammlokalwechsel waren jeweils gebotene Anlässe, einen grösseren Kreis der Freiburger Wohnbevölkerung mit dem rätoromanischen Liedgut bekannt zu machen.

In den folgenden Jahren etabliert sich die Rezia mehr und mehr im Gesamtverein. 1987 feiert man in Chur den Anbruch des dritten Jahrzehnts. Seit 1989 bestehen freundschaftliche Verbindungen zur K.B.St.V. Rhaetia zu München und seit den frühen 2000er Jahren zur KHV Babenberg zu Wien im ÖCV.

Admultos annos!

D. Foppa v/o Moz Re